Herzog-August-Bibliothek © Lessing-Realschule

Welterbe – Zwei Seiten der Medaille

Das UNESCO-Welterbe der Menschheit ist vielfältigen Gefahren ausgesetzt, wie jüngst die Zerstörung der Buddha-Statuen durch das Talibanregime zeigte. Der Umgang mit dem Welterbe dokumentiert, wie auf Erinnerungen und Geschichte eingegangen wird: offen und lernbereit oder selektiv, zweckgerichtet und manchmal zerstörerisch. Die allermeisten Staaten beantragen „positiv“ besetzte Kulturstätten für die Welterbeliste. Von den über 400 Kulturerbestätten sind weniger als 10 Erinnerungsstätten.
„Toleranz ist nicht genug“ bedeutet für die Welterbeerziehung, auch die schwarzen Seiten von Denkmälern wie auch Erinnerungsstätten in die Arbeit zu integrieren.
Das Programm der AG Welterbe gliedert sich in drei Bereiche:

  1. Ein Referent der Lessing-Akademie stellt den Toleranzbegriff Lessings vor und erläutert ihn. Es soll u.a. diskutiert werden, inwieweit er noch zeitgemäß ist und unsere Arbeit befördern kann.
  2. Die Stadt Wolfenbüttel birgt in ihren Mauern etliche Extreme: Lessing hat dort „Nathan der Weise“ geschrieben, die Herzog-August-Bibliothek besitzt einmalige Bücherbestände (u.a. das teuerste Buch der Welt, das „Evangeliar Heinrich des Löwen“); und in der Justizvollzugsanstalt der Stadt befindet sich eine der zentralen Hinrichtungsstätten des Dritten Reiches, heute Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz. Beide Orte sind Ziel einer ganztägigen Exkursion.
  3. Es soll versucht werden, die in Wolfenbüttel gewonnenen Erfahrungen und Einsichten in Unterrichtseinheiten, Materialien, Projekte u.ä. zu verarbeiten.

forum 4/2002:

unesco-projekt-schulen - Hasenheide 54 - 10967 Berlin
telefon +49-30- 498088 45 - telefax +49-30- 498088 47

email: bundeskoordination@asp.unesco.de