Trudie Amulungu, Generalsekretärin der Namibischen UNESCO-Kommission, Windhoek, Namibia

Kulturelles Erbe und sein Weiterleben in Afrika

Leitung: Dr. Sylvia Schoske, Leiterin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst, München, und Steffen Noack, Projektkoordinator der unesco-projekt-schulen für Welterbe  
Referent(inn)en: Trudie Amulungu, Generalsekretärin der Namibischen UNESCO-Kommission, Windhoek, Namibia;  
Walter Tausendpfund, ehem. Projektkoordinator der unesco-projekt-schulen für Welterbe

Zunächst ist es Aufgabe der Arbeitsgruppe, sich einen Überblick über die Vielfalt des kulturellen Erbes Afrikas zu verschaffen, wobei neben dem materiellen auch das immaterielle Erbe (z.B. Maskentänze) zu berücksichtigen ist.
Danach wird exemplarisch das laufende Grabungsprojekt des Ägyptischen Museums Berlin in der meroitischen Stadt Naga vorgestellt und ein Überblick über die historische Dimension des antiken Sudan und über seine Kontakte zu Afrika, zu Ägypten und zur griechisch-römischen Welt gegeben. Im Gegensatz zu Ägypten ist die antike Geschichte des mittleren Niltals, der heutigen Republik Sudan, unvollkommen erforscht. Erst in den letzten Jahrzehnten haben Ausgrabungen im Nordsudan frühe Kulturstufen nachgewiesen, die bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Sie sind eine der Wurzeln des pharaonischen Ägypten. Die unabhängigen Königreiche von Kerma (2500 – 1500 v. Chr.), Napata (800 – 300 v.Chr.) und Meroe (300 v. Chr. – 350 n. Chr.) und die christlichen Königreiche Nubiens geben dem größten Staat Afrikas eine historische Tiefe und Kontinuität, die heute ins Bewusstsein des modernen Sudan zu treten beginnen.
Deutsche Forscher sind seit der preußischen Expedition von 1844 maßgeblich an der Entdeckung der Tempel, Pyramidenfelder, Städte und Nekropolen der antiken sudanesischen Reiche beteiligt. Derzeit werden fünf deutsche Projekte in der Archäologie des Sudan durchgeführt. Ihre Arbeit wird von der Regierung der Republik Sudan als Beitrag zur historischen und kulturellen Identität des Landes nachhaltig unterstützt. Das zunehmende internationale Interesse an der Archäologie im Sudan differenziert das von den Medien vermittelte Negativ-Image dieses Landes. So leistet Archäologie einen  Beitrag zur Stabilisierung des Sudan und zur Stärkung des „nationalen“ Selbstbewusstseins des ältesten Staatswesens des afrikanischen Kontinents.
In der Arbeitsgruppe könnten auch Problemkreise wie die Bewertung afrikanischer Kunst durch die Länder des Nordens, die Rolle traditioneller Kultur in ausgewählten afrikanischen Gesellschaften, die Gefährdung des Kulturerbes und mögliche Strategien seiner Erhaltung behandelt werden.

forum 1-2/2007: AG Welterbe (pdf)

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