Welterbe AG 2016 vor dem Rammelsberg

Weltkulturerbe: schätzen, schützen, nutzen

Referentinnen: Gesine Raimold, Monika Kleineberg und Inga Passow

Damit Kulturdenkmäler auch in Zukunft über viele Generationen hinweg bewahrt werden, müssen insbesondere Schülerinnen und Schüler für ihren Wert begeistert und für ihren Schutz sensibilisiert werden. In diesem Workshop wurden die drei Bestandteile des UNESCO-Weltkulturerbes, das Bergwerk Rammelsberg, die Altstadt Goslars sowie die Oberharzer Wasserwirtschaft thematisiert. Die facettenreiche Einbettung dieser Welterbestätte in die schulische Projektarbeit und die schuleigenen Lehrpläne der Unterrichtsfächer Naturwissenschaften, Geschichte, Erdkunde, Kunst und Musik wurde beispielhaft vorgestellt.

Hintergrundinformationen:

Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar wurden 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Am 1. August 2010 wurde auch die Oberharzer Wasserwirtschaft in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen und erweitert damit die Welterbestätte "Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar". Eine eindrucksvolle Auszeichnung, die die Zeugnisse des Bergbaus und der Stadtgeschichte Goslars zu einem der wertvollsten Kulturdenkmäler Deutschlands macht.

Der Rammelsberg, an dem über 1000 Jahre Erz abgebaut wurde, ist eins der herausragendsten Industriedenkmäler Europas. Das Bergwerk, das 1988 stillgelegt wurde, ist heute ein Museum und Besucherbergwerk. Hier wird ein einmaliger Einblick in die Geschichte des Bergbaus von den Anfängen bis (fast) zur heutigen Zeit gegeben. Neben vier Museumshäusern bietet auch die Welt "unter Tage" ein besonderes Erlebnis.

Die Altstadt: Aufgrund ihres besonderen Erhaltungszustands mit über 1500 Fachwerkhäusern unterschiedlicher Epochen, die sich im Altstadtkern innerhalb der früheren Stadtmauer befinden, wurde auch die Altstadt Goslars von der UNESCO ausgezeichnet. Die reichhaltige Geschichte der Stadt lässt sich bei einem Gang durch die engen kopfsteingepflasterten Gassen erleben.

Die Oberharzer Wasserwirtschaft gilt als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme. Zisterziensermönche des Klosters Walkenried hatten im frühen 13. Jahrhundert erste Teich- und Grabensysteme konstruiert, Bergleute bauten sie über die Jahrhunderte aus. Die technische Entwicklung des Bergbaus im Oberharz war Vorreiter in Europa. Die Oberharzer Wasserwirtschaft besteht aus 107 historischen Teichen, 310 Kilometer Gräben und 31 Kilometer Wasserläufen. Hier wird Wasser gesammelt, gespeichert und abgeführt – zum Beispiel in eine der Trinkwassertalsperren des Harzes. Allein in und um den Stadtteil Goslar-Hahnenklee befinden sich 12 Teiche der Oberharzer Wasserwirtschaft. Zur Welterbestätte gehören neben dem gotischen Zisterzienserkloster Walkenried auch die Grube Samson aus dem 16. Jahrhundert und drei kleine Schachtanlagen aus dem 19. Jahrhundert.

Führung durch SchülerInnen der
Adorlf-Grimme- Gesamtschule
durch die Altstadt Goslars
Besucherbergwerk Rammelsberg
Führung über das Gelände
2014 restaurierter Schrägaufzug
Ausstellung "Bergleuts Kinder -
Kindheit und Jugend in der
Montanregion Harz"
Einfahrt in den Roederstollen
farbigen Metallsalze – Vitriole
Entwässerung und Erzförderung
Workshop: "Farben des Berges"
Malen mit Ocker
und chemische Experimente
Präsentation des Workshops

 

Monika Kleineberg, 05.10.2016

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