Kloster Haein-sa/Süd Korea - Schüleraustausch © 2005 Hainberg-Gymnasium
Welterbestätte Kloster Lorsch/Süd Korea - Schüleraustausch © 2006 Hainberg-Gymnasium
Kloster Haein-sa/Süd Korea - Schüleraustausch © 2007 Hainberg-Gymnasium
Kloster Haein-sa/Süd Korea - Schüleraustausch © 2010 Hainberg-Gymnasium

World Heritage Education

Für alle 16 TeilnehmerInnen der Arbeits­gruppe bedeutete das Thema "Welterbe in der Schule" eine Herausforderung. Schon allein die Zusammensetzung der Gruppe war interessant: 7 unesco-projekt-schulen aus den alten Bundesländern, 5 unesco-projekt-schulen aus den neuen Bundeslän­dern, dazu eine Vertreterin der UNESCO aus Äthiopien, ein Vertreter der UNESCO aus Südkorea und ein Vertreter des Auswär­tigen Amts, der für die UNESCO und da­mit auch für das Welterbe in der Bundesre­publik Verantwortung trägt.

Herr Köhler vom Auswärtigen Amt be­richtete zunächst über den aktuellen Stand, über Aufnahmekriterien und Perspektiven der Welterbestätten. Vertieft wurden die In­formationen durch den Bericht von Frau Meichsner über die zwei Welterbekonfe­renzen der UNESCO in Bergen/Norwegen und in Dubrovnik/Kroatien, an denen sie 1995 und 1996 teilgenommen hat. Beide Konferenzen dienen der Vermittlung eines neuen ASP-Projekts zu Jugend und Welter­be. Die Konferenz von Dubrovnik gab als Empfehlung einen Plan heraus, dessen Ziel die Einführung des Fachs "Welterbe" an europäischen Schulen ist. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe waren sich einig, dass dieses Ziel in Deutschland zurzeit nicht erreichbar sei. Vielmehr solle die Thematik im fächerübergreifenden Unterricht oder außerunterrichtlich behandelt werden.

Im weiteren Verlauf der Tagung teilte sich die AG in zwei Gruppen: die eine be­schäftigte sich mit dem Problem "Welterbe im Unterricht", die andere erarbeitete Vor­schläge, wie mit dem Thema außerunter­richtlich gearbeitet werden kann. Grundla­ge der Arbeit mit der Problematik "Welter­be im Unterricht" bilden die jeweiligen Rahmenrichtlinien.

Ein Beispiel für den Unterricht

Als Einstieg wird ein Welterbeprojekt ge­wählt werden, welches für die Schule am nahe gelegensten ist. Beginnen kann man mit einem Projekt in der Orientierungsstu­fe. Hier könnte ein Rollenspiel im Unter­richt erarbeitet werden. Für das Rollenspiel sollte zunächst im Fach Kunsterziehung oder im Werkunterricht ein Modell oder ein Anschauungsbild des Welterbeprojekts an­gefertigt werden. Gleichzeitig sollten vor­gegebene Texte für die einzelnen Rollen er­arbeitet sein. Im Deutschunterricht wird das Rollenspiel durchgeführt. Folgende Rollen könnten verteilt werden: ein Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, ein Mitglied des Stadtrates, ein Denkmalpfle­ger, ein möglicher Sponsor, ein möglicher Investor. Zu empfehlen ist der Einsatz der FachlehrerIn in einer dieser Rollen. In ähn­licher Form könnte ein Rollenspiel über ein Naturwelterbeprojekt erarbeitet werden. Dabei sollte die Rollenverteilung nach den entsprechenden Kriterien erfolgen. Dieses Spiel kann in den Klassen 9/10 in einer Podiumssitzung, einer Ausschlusssitzung bzw. einer öffentlichen Versammlung fort­geführt werden. Alle Ergebnisse des Unter­richts sollten dann in Form einer Mappe, einer Wandzeitung oder einer Dokumenta­tion ausgestellt werden.

Was hat Welterbe mit mir und meinem aktuellen Kultur- und Kunstverständnis zu tun?

"Sich lustvoll mit einer Welterbestätte zu beschäftigen" war das Motto der zweiten Teilgruppe der AG, die Vorschläge erarbei­tete, wie ein Welterbeprojekt außerunter­richtlich gestaltet werden kann. Möglich­keiten dafür bieten z.B. Projekttage, Wand­zeitungen, SCHILF, Arbeitsgemeinschaf­ten, Denkmalpflege usw. Alle Gruppenmit­glieder begrüßten den Vorschlag, den Ein­satz von Erlebnispädagogen zu verstärken. (Ganz nebenbei: Die Forderung nach Be­reitstellung von ca. 1 Million DM im Haus­haltsplan für das Thema Welterbe kann hier nur ausdrücklich unterstrichen werden.)

In beiden Gruppen wurde in einer offe­nen, kritischen und sachlichen Atmosphäre gearbeitet, die alle Beteiligten dazu ermuti­gen sollte, sich lustvoll an ihrer Schule mit einer Welterbestätte oder einem Welterbe­projekt zu beschäftigen. 

aus: forum 4/1996, S. 25

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